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Therapiehund: Wie ein Hund das Wohlbefinden von Menschen verbessern kann!

13.09.2023

Ein Therapiehund ist in der Regel ein speziell ausgebildeter Hund, der in therapeutischen oder sozialen Settings eingesetzt wird, um Menschen emotionalen oder physischen Trost und Unterstützung zu bieten. Therapiehunde arbeiten oft in Zusammenarbeit mit Therapeuten, Ärzten oder anderen Fachleuten im Gesundheitswesen, um die physische und psychische Gesundheit von Menschen zu verbessern. In diesem Blogartikel zeigen wir dir, wie Therapiehunde das Wohlbefinden von Menschen verbessern können.

Abgrenzung zu Assistenz- und Besuchshunden 

Therapiehunde unterscheiden sich deutlich von Assistenz- oder Begleithunden. Letztere sind dauerhafte Gefährten für Menschen mit physischen oder psychischen Beeinträchtigungen und teilen ihren Alltag. Ein bekanntes Beispiel dafür sind Blindenhunde, die ihren Besitzern bei der täglichen Navigation helfen. Eine weitere Unterscheidung ist notwendig, wenn wir Besuchshunde betrachten. Im Gegensatz zu Therapiehunden werden Besuchshunde meist nicht speziell ausgebildet und sie verfolgen auch keine therapeutischen Ziele. Sie tragen in erster Linie dazu bei, Menschen zu erfreuen und zu unterhalten.

Wissenschaftliche Erkenntnisse 

Es mag zunächst überraschend klingen, aber es gibt wissenschaftliche Beweise dafür, dass die Interaktion mit Hunden positive Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen haben kann.

Hier sind einige der wichtigsten Erkenntnisse und Einsatzbereiche der Therapiehunde:

  • Stressreduktion: Studien haben gezeigt, dass das Streicheln eines Hundes den Stresshormonspiegel im Körper reduzieren kann. Dies kann dazu beitragen, Angstzustände zu lindern und die Stimmung zu verbessern. Dies ist besonders in medizinischen Einrichtungen oder nach traumatischen Ereignissen von Vorteil.
  • Steigerung des Glückshormonspiegels: Die Interaktion mit einem speziell ausgebildeten Hund kann die Freisetzung von Endorphinen stimulieren, was zu einem Gefühl des Wohlbefindens führt. Die Hunde werden daher oft in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen, psychiatrischen Einrichtungen und anderen Gemeinschafts- oder Gesundheitseinrichtungen eingesetzt.
  • Senkung des Blutdrucks: Wenn Menschen Zeit mit einem Therapiehund verbringen, kann dies dazu beitragen, den Blutdruck zu senken, was insbesondere für Menschen mit Bluthochdruck von Vorteil ist.
  • Verbesserte soziale Interaktion: Der Kontakt zu einem Hund fördert die zwischenmenschliche Kommunikation und Interaktion. Sie bieten einen neutralen Gesprächsanlass und können Menschen dabei helfen, sich in sozialen Situationen wohler zu fühlen, Kommunikationsbarrieren zu überwinden und das Selbstvertrauen von Menschen zu stärken.
  • Emotionale Unterstützung: Therapiehunde sind darauf trainiert, eine beruhigende und tröstliche Präsenz zu sein. Sie bieten Trost und emotionale Unterstützung für Menschen, die unter Stress, Angst, Trauer oder anderen emotionalen Belastungen leiden.
  • Motorische und sensorische Fähigkeiten: Therapiehunde können bei der Verbesserung von motorischen und sensorischen Fähigkeiten helfen. Zum Beispiel können sie Menschen ermutigen, sich zu bewegen, Gegenstände aufzuheben oder sich auf sensorische Reize zu konzentrieren.
  • Unterstützung für spezielle Bedürfnisse: In einigen Fällen arbeiten Therapiehunde mit Personen, die spezielle Bedürfnisse haben, wie Autismus oder posttraumatische Belastungsstörung (PTSD). Sie können dazu beitragen, die Symptome zu mildern und die Lebensqualität zu verbessern.

 

Einsatzbereiche der Hunde

Personengruppen

Folgende Personengruppen können von dem Einsatz des speziell ausgebildeten Hundes profitieren:

  • Personen mit psychischen Gesundheitsproblemen
  • Kinder und Jugendliche
  • Senioren
  • Menschen mit körperlichen Behinderungen
  • Patienten in Krankenhäusern
  • Menschen mit Autismus
  • Personen in Trauersituationen
  • Menschen in Rehabilitationseinrichtungen
 

Umgebungen

Primär werden Therapiehunde in folgenden Settings eingesetzt:

  • Gesundheitswesen: In Krankenhäusern und Pflegeheimen
  • Bildungseinrichtungen: In Schulen und Universitäten z.B. oft während Prüfungszeiten
  • Psychische Gesundheit: In der psychischen Gesundheitsversorgung
  • Gerichtssäle: In einigen Gerichtssälen, um Zeugenaussagen zu erleichtern
 

Die Ausbildung zum Therapiehund

Es ist wichtig zu betonen, dass Therapiehunde speziell ausgebildet werden, um sicher und effektiv in therapeutischen Umgebungen arbeiten zu können. Ihre Ausbildung umfasst Gehorsamstraining, soziale Interaktion und Sensibilität gegenüber den Bedürfnissen der Menschen, die sie unterstützen sollen.

Welche Hunde kommen in Frage? 

Verschiedene Hunderassen werden für die Ausbildung in Erwägung gezogen, jedoch hängt die Eignung eines Hundes für diese Rolle weniger von seiner Rasse als von seinem Temperament, seiner Persönlichkeit und seiner Trainierbarkeit ab. Einige Hunderassen sind jedoch aufgrund ihrer freundlichen, ausgeglichenen Natur und ihrer Anpassungsfähigkeit besonders häufig in der Therapiearbeit anzutreffen. Zum Beispiel sind Labrador Retriever und Golden Retriever aufgrund ihrer Liebe, Geduld und Intelligenz oft eine bevorzugte Wahl für Therapiehunde. 

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung beginnt früh, oft schon kurz nach der Geburt. Meistens stammen die Hunde aus gezielten Zuchten mit Eltern, die ebenfalls Therapiehunde waren. Die Auswahl erfolgt durch einen Welpentest aus einem Wurf von Geschwistern. Während der Prägungsphase ab der 4. Lebenswoche werden sie verschiedenen Reizen ausgesetzt. Das gezielte Training beginnt in der Sozialisierungsphase ab der 8. Lebenswoche. Mit etwa 1,5 bis 2 Jahren ist die Ausbildung abgeschlossen und der Hund kann in der Therapie eingesetzt werden, bis er alters- oder krankheitsbedingt nicht mehr geeignet ist. Es ist wichtig zu beachten, dass ein bereits ausgebildeter Therapiehund nicht einfach gekauft werden kann. Die Bindung zwischen dem Hund und seinem Halter spielt eine entscheidende Rolle in der Ausbildung, die in der Regel 6 bis 18 Monate dauert. 

Kosten für die Ausbildung

Da Therapiehunde in einem beruflichen Kontext eingesetzt werden, tragen Therapeuten in der Regel die Kosten für die Ausbildung selbst. In bestimmten Fällen können Pflegeverbände und medizinische Einrichtungen jedoch die Ausbildungs- und Pflegekosten übernehmen. Die gesamten Ausbildungskosten belaufen sich oft auf mehrere tausend Euro, wobei einige dieser Kosten zumindest steuerlich absetzbar sein können. Seit 2008 haben ebenfalls viele Gemeinden in Österreich und Deutschland die Entscheidung getroffen, die Steuerbefreiung für Therapie-, Begleit- und Schulhunde zu gewähren. 

Fazit

Therapiehunde leisten einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung des Wohlbefindens von Menschen in verschiedenen Lebenslagen. Ihre positive Wirkung auf die Stressreduktion, die emotionale Stabilität und soziale Interaktion ist bestätigt und wird von immer mehr Organisationen geschätzt.

Therapie Hund und Mensch
VERÖFFENTLICHT VON
Melissa Hepting

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